Von guten und von schlechten Autofahrern
Ich stehe mit meinem Auto an einer Ampel, die plötzlich und unerwartet, nachdem sie ihr blasses und leicht übersehbares Gelb übersprungen zu haben scheint, auf Grün umspringt. Nachdem die ersten
vier Autos die Kreuzung passiert haben, beobachte ich meinen Vordermann, wie er sich, die Nase an die Windschutzscheibe gedrückt, davon überzeugen, ob wirklich schon Grün ist, um dann, in
hektische Betriebsamkeit übergehend, die Zigarette abzuaschen, die Handbremse zu lösen, den ersten Gang einzulegen und ... endlich loszufahren. Etwas langsam, zugegeben, aber ich schaffe es noch
rechtzeitig die Kreuzung mit zu überqueren.
Daß mich kurz danach, und ohne erkennbaren Grund, die Bremsleuchten des Vorausfahrers aufschrecken, verwundert mich dann auch weit weniger als üblich. Vor dem Abbiegen muß man halt bremsen und
wozu der Hersteller das Automobil mit einem Fahrtrichtungsanzeiger, im Volksmund auch Blinker genannt, ausgestattet hat scheint auch diesem Zeitgenossen ein ungelöstes Rätsel zu sein.
My Car is my Ca(r)stell, oder wie heißt es so schön? Was geht mich der Rest der Welt an. Erst neulich war ich Zeuge wie auf dem Standstreifen der Gegenrichtung ein qualmendes Fahrzeug stand,
wohlgemerkt auf dem Standstreifen und sich die Autofahrer einfach nicht daran vorbeitrauten. Ich glaube jedenfalls, daß das der Grund war.
Tunnelangst, Rechtsfahrangst oder Unfallvorbeifahrangst. Woran erkannt man nun den aufmerksamen, den mutigen Autofahrer? .....gar nicht! Man bemerkt ihn einfach nicht, weil er uns keinen Grund
dafür gibt.