Die Radtour
Sonntagnachmittag in Deutschland. Die Sonne scheint und ich will mein etwas verstaubtes Fahrrad ein bisschen spazieren fahren. Gesagt getan, schon sitze ich auf dem Drahtesel und trete kraftvoll
in die Pedale...skruiiiieeetsch...die Idee haben auch andere und aus allen Richtungen kreuzen sie meine Bahn und scheren sich einen Dreck um Regel oder Rücksicht. Fußgänger sind da übrigens nicht
besser. Gerade, wenn Radweg und Gehsteig nur durch Beschilderung und nicht durch Linien voneinander getrennt sind, versagt jeglicher Gemeinsinn.
Während die Autos auf sauber asphaltierten Straßen dahingleiten, kämpfe ich mit holperigen Auffahrten, Schlaglöchern, Glasscherben und einer "Fahrbahn", die auf der Straße zu einer bundesweiten
Entrüstung führen und mindestens den ADAC auf den Plan rufen würde. Tja, Radfahrer haben eben keine Lobby. Irgendwo zwischen Baum und Borke bzw. zwischen Autofahrern und Fußgängern kämpfen sie
sich durch die Straßen und suchen die Lücke, durch die sie ungeschoren davonkommen. Von parkenden Autos auf den sogenannten Radwegen und Radwegen, die zum Grünstreifen mutiert, gar nicht mehr
vorhanden sind, einmal abgesehen, ist das Spießrutenfahren wirklich kein Vergnügen.
Glücklicherweise darf ich morgen wieder mit dem Auto ins Büro fahren. Hoffentlich habe ich bei meinem nächsten "Kontakt" mit einem genervten Radfahrer nicht alles wieder vergessen.